Pfandhaus der Erinnerungen
Feilschen um das Gestern
Die Türglocke klingelt. Jemand legt seine kostbarste Erinnerung auf deinen Tresen. Du nennst den Preis – doch manche kommen zurück, um sie auszulösen.
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Der Laden
Ein kleiner Laden in einer Seitengasse, geöffnet seit 1966. Hier verpfändet niemand Gold oder Uhren. Hier werden Erinnerungen verpfändet.
Die Glocke klingelt, jemand tritt ein und legt eine Erinnerung auf den Tresen: der erste Kuss, ein Feiertagsmorgen, die letzten Worte eines Vaters. Was sie wert ist, entscheidest du.
Was dich erwartet
Du nennst den Preis
Tipp dein eigenes Angebot ein. Die Kundschaft hält dagegen, und mit jeder Runde schwindet die Geduld. Jeder feilscht anders.
Ein Versprechen, ein Datum
„In drei Tagen bin ich zurück“, heißt es. Manche kommen wirklich und lösen ihr Pfand mit Zinsen aus. Manche nie.
Der Mann, der mit dem Nebel kommt
Jede Nacht schaut Bay Sis vorbei und will kaufen, was in deinen Regalen steht. Er zahlt gut. Die Frage ist, wie viel du hergeben willst.
Auch das Gewissen führt Buch
Die Miete steigt jede Woche. Die Kasse zu füllen ist leicht, das Gewissen zu behalten nicht.
Tausend Leben, ein Tresen
Über 80 handgeschriebene Figuren und mehr als 3.500 verschiedene Kundinnen und Kunden, jede und jeder mit eigenem Gesicht und eigener Erinnerung.
Du schreibst das Ende
Pleite, Nebel oder ein stiller Ruhestand: Du entscheidest, wie der Laden schließt.
Erinnerungen verschwinden nicht. Sie wechseln nur den Besitzer.